aus der Südwestpresse
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Autor: KIRSTEN OECHSNER | 18.10.2011 ->

Schlachtplatte und Spanferkel

Würtingen.  Eines lassen sich die Würtinger nicht nehmen: ihre Traditionsfeste. Dazu gehört auch die Kirbe, bei der nicht nur geschlemmt wird: Am Samstag herrschte beste Partystimmung gestern war Kirbemarkt.

"Bei uns läuft viel mit Routine, wir sind eingearbeitet", sagt Sonja Mayer mit Blick auf die vielen Helfer, die in der Gemeindehalle auf den großen Ansturm der Gäste wartet. Und der folgt auch bald, bereits zum Frühschoppen mit dem Musikverein Kiebingen strömen am Sonntag die Menschen und genießen ein erstes Bier, backofenfrischen Scherrkuchen oder als vorgezogenes Mittagessen bereits Spanferkel mit Kartoffelsalat. Nur auf den Zwiebelkuchen müssen sie noch warten, den gibts erst ab 12 Uhr - vorher sind die Öfen im Backhaus noch zu heiß dafür.

Noch bekommen die ersten Besucher leicht einen Platz, später muss man sich in der proppevollen Halle auf die Suche machen. Denn es ist längst nicht nur für die Würtinger selbstverständlich, am Kirbesonntag die Küche kalt zu lassen. Viele Stammgäste kommen auch aus Orten in der Region regelmäßig ins Albdorf, andere haben die Würtinger Kirbe im Rahmen ihres Sonntagsausflugs eher spontan auf dem Programm. Die Musikvereinsvorsitzende Sonja Mayer jedenfalls freuts: Wenn das Wetter gut ist, sind die Menschen auch gerne unterwegs und besuchen entspannt das Fest in der Gemeindehalle.

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In der Gemeindehalle war gut feiern                                            Foto: Kirsten Oechsner

Für die Mitglieder der Trachtenkapelle Würtingen bedeutet dies, ein arbeitsreiches Wochenende zu verbringen: Bereits am Samstags beginnen die Kirbe-Feierlichkeiten, das "Albstadel Trio" und die Föhrenberger Musik sorgen für beste Stimmung. Am Sonntag sind dann alle 35 aktiven Musiker und viele ihrer Partner, Nachwuchsmusiker und auch die Senioren im Verein aktiv: "Wir sind sehr dankbar, dass sie uns entlasten", sagt Sonja Mayer. "Wir profitieren von ihrer Erfahrung." Zum Beispiel bei der Herstellung des Kartoffelsalats: "Der ist ganz klar selber gemacht, das Rezept haben wir von unseren älteren Mitgliedern übernommen."

Ohnehin ist die Trachtenkapelle als Veranstalter bemüht, so viel wie möglich aus eigener Herstellung anzubieten oder heimische Betriebe mit ins Boot zu nehmen: "Wir möchten für Qualität stehen." So werden seit Freitag die Öfen in beiden Backhäusern rund um die Uhr angeheizt, dort werden die beliebten Holzofenbrote sowie Scherr- und Zwiebelkuchen gebacken. Das geschieht in enger Absprache mit dem SV Würtingen, der im Sporthaus ebenfalls zur Kirbe einlädt - dort gibts ganz traditionell Schlachtplatte.

Die Kirbe in der Gemeindehalle ist im Prinzip ein Selbstläufer, dennoch lassen sich die Musiker immer wieder etwas neues einfallen: Dieses Jahr gibts zum ersten Mal eine Würtinger Veschbergugg, die ist bestückt mit einem Holzofenbrot, Musikertropfen und Griebenschmalz - auch das selbstverständlich selbstgemacht.

Nach dem Veranstaltungsende am Sonntag wird die Gemeindehalle übrigens sofort aufgeräumt: "Wir wollen doch auch ganz in Ruhe auf den Kirbemarkt", erklärt Sonja Mayer. Dessen Besuch gehört auch zur Tradition, viele Würtinger nehmen sich eigens dafür frei. Ab heute wird übrigens schon über die Kirbe im nächsten Jahr nachgedacht, Bestände gesichtet, der Verbrauch analysiert und dokumentiert sowie mit den befreundeten Musikvereinen über ihren Auftritt verhandelt.